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Ein lohnender Abend mit jungen Klassik-Preisträgern

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 08. März 2015

Ein lohnender Abend mit jungen Klassik-Preisträgern

Benefizkonzert des Lions Club Neufahrn/Eching in der Aula des Oskar Maria Graf Gymnasiums

(Test/Foto: sh) Bereits zum 3. Mal veranstaltete der Lions Club Neufahrn/Eching ein Benefizkonzert mit jungen Nachwuchsvirtuosen, die an diesem Abend u.a. Werke von Mozart, Schumann, Ravel interpretierten. Gerhard Wächter, Präsident des Lions Club Neufahrn, freute sich über die rund 100 Gäste, die in familiärer Atmosphäre die musikalische Weiterentwicklung jener Künstler genießen konnten, die in der Vergangenheit bereits mit einem der Lions–Jugend–Musikpreise ausgezeichnet worden waren.

Die Benefizkonzerte des Lions Club finden in unterschiedlichen Städten statt. „Wir bieten den jungen Künstlern ein Podium und Sie bekommen den Musikgenuss", so Waltraud Bauer, Vize-Governorin des Lions Clubs. Durch das Programm führte Markus Steckeler, Distriktleiter des Lions Club Bayern-Süd und gleichzeitig Schlagzeuger im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Er ist außerdem im Gremium bei der Verleihung des Lions-Jugend-Musikpreises auf regionaler, deutscher und europäischer Ebene. Markus Steckeler kündigte zum Auftakt die jüngste Künstlerin des Abends an. Antonia Andersson, 14 Jahre alt, präsentierte mit dem Waldhorn konzentriert, einfühlsam und sympathisch Wolfgang Amadeus Mozarts Hornkonzert Nr.2 KV 417 in beeindruckender Perfektion. Begleitet wurde sie Thomas Schuch am Klavier. Der 1992 geborene Pianist gewann im Jahr 2011 bereits den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert" und studiert derzeit an der Hochschule für Musik und Theater in München unter Professor Adrian Oetiker. Im zweiten Programmpunkt des Abends kamen die Gäste in den Hörgenuss von „Le Tombeau de Couperin" von Joseph-Maurice Ravel. Erstaunlich war die Intensität und Souveränität, mit der Thomas Schuch die sechs Sätze der Klaviersuite umsetzte.
Mit der polnischen Sopranistin Ilona Krzywicka (Jahrgang 1984) stand anschließend eine strahlende, ausdrucksvolle Künstlerin auf der Bühne. Sie studierte von 2004 bis 2008 Gesang an der Musikakademie in Posen und stand als Mitglied des Atelier Lyrique der Opera National de Paris bereits auf zahlreichen Bühnen in Europa. An diesem Abend in Neufahrn sang sie „Un bel di vedremo" von Giacomo Puccini, begleitet von der charmanten gleichaltrigen Usbekin Kamila Akhmedjanova am Klavier.
Das internationale Flair der Veranstaltung wurde durch den chinesischen Bariton Yang Li (Jahrgang 1984) mit dem Solo „Di provenza il mar" von Guiseppe Verdi komplettiert. Er absolvierte ein Masterstudium an der Musikhochschule Frankfurt und auch er sang bereits auf zahlreichen Opernbühnen im In- und Ausland, ist mehrwacher Preisträger und spricht hervorragend Deutsch.

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"Don Giovanni" eindrucksvoll vorgetragen von Sopranistin Ilona Krzywicka, Bariton Yang Li und Kamila Akhmedjanova am Klavier.
Nach der Pause betrat mit Viviana-Zarah Baudis erneut eine ganz junge Pianistin die Bühne. Die erst 15–Jährige kann Preise mit Höchstwertungen u.a. bei „Jugend musiziert" und bei internationalen Wettbewerben vorweisen. Der chinesische Pianist Lang Lang wählte sie 2012 unter die besten 25 Nachwuchskünstler aus aller Welt; Meisterkurse in England und den USA runden ihre musikalische Ausbildung ab. Sie spielt regelmäßig auf Benefizveranstaltungen so wie auch an diesem Abend in Neufahrn. Die Klaviersonate Nr.2 in g-moll von Robert Schumann stand bei ihr auf dem Programm, ein technisch äußerst anspruchsvolles Stück, das selbst für professionelle Pianisten eine große Herausforderung ist. Faszinierend die konzentrierte und gleichzeitig emotionale Präsentation der bescheidenen jungen Virtuosin, zweifelsfrei einer der Höhepunkte des Abends. An dessen Ende wehte ein Hauch von Opernatmosphäre in der OMG Schulaula: Yang Li sang zusammen mit Ilona Krzywicka das Duett „La ci darem la mano" aus Mozarts „Don Giovanni"; die beiden Künstler stellten hierbei nicht nur ein weiteres Mal ihr Gesangspotential, sondern auch ihr darstellerisches Talent unter Beweis.

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Sie bescherten den Gästen einen unvergleichlichen Hörgenuss: (v.l.) Viviana-Zarah Baudis, Ilona Krzywicka, Yang Li, Kamila Akhmedjanova und Thomas Schuch (nicht auf dem Bild: Antonia Andersson).
Es waren lohnende zwei Stunden, die alle Zuhörer an diesem Abend erleben durften. Moderator Markus Steckeler, Schlagzeuger beim BR Symphonieorchester, besuchte aus diesem Anlass zum ersten Mal die Aula des OMG als Veranstaltungsort. Eingangs hatte er – ganz aktuell - zur mangelnden Akustik des Münchner Gasteigs im Rahmen der derzeitigen Konzertsaaldebatte Stellung bezogen („es ist bedauerlich für das Publikum, aufgrund mangelnder Akustik nicht das volle Klangniveau des BR Symphonieorchesters erleben zu dürfen"). Auf die Frage, was er denn von der Akustik in der OMG Aula halte, meinte er tatsächlich „gut!". Lobende Worte von hoher Stelle, die doch sicherlich die Mitglieder des OMG Schulorchesters motivieren und deren Musikdozenten erfreuen werden.

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