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Die Geschwister Laschinger und die Ampertaler Kirtamusi spielen in Giggenhausen auf

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 29. Oktober 2014

Witzig & virtuos

(Text/Fotos: wi ) - „Nix gwiss woaß ma net" heißt das Jubiläumsprogramm der Geschwister Laschinger und der Ampertaler Kirtamusi. Entgegen dieser etwas verzwickten bayrischen Lebensweisheit mit der doppelten Verneinung ist eines ganz gewiss, nämlich dass die Gäste beim kurzweiligen Abend im Giggenhauser Metzgerwirt mit dem Trio Hans Laschinger, Schwester Renate Thanner und Brigitte Geisenhofer und fünf weiteren Musikanten bestens unterhalten wurden. Dazu eingeladen hatte der Männergesangverein Einigkeit Giggenhausen.

Der Chor unter Leitung seines langjährigen Dirigenten Hans Halbinger ließ es sich selbstverständlich nicht nehmen, die zahlreichen Gäste im vollbesetzten und mit Notenschlüsseln und Noten zünftig dekorierten Saal ein herzliches Willkommen zu singen. Die musikalische Begrüßung bestand aus einem Zwiefachen und einem Couplet auf „Adam und Eva" in dem es um eine humorvoll-gesangliche Aufarbeitung der nicht wirklich paradiesischen Verhältnisse zwischen Adam und der aus seiner Rippe entstandenen Eva im Besonderen und Mann und Frau im Allgemeinen ging. Am späteren Abend gab es dazu einen musikalischen Konter mit Solistin Renate, die die biblischen Geschichte gewissermaßen „auf den Kopf" stellte: „Denn oans is gwiss, das wissen wir genau: Der erste Mensch war sicher eine Frau" – und der erst danach erschaffene Mann „Die erste Genmanipulation" – und – „eine krasse Fehlkonstruk-ti-on." Sowas hört „Frau" natürlich gerne, „Mann" vielleicht etwas weniger.

Witz und Virtuosität zeichnete die bayrische Mischung aus „Musi, Humor und einem Schuss Kabarett" aus, die die Volksmusiker mit den Ampertaler Wurzeln ihrem Publikum präsentierten. „Wir tun „singa, und Musi spein, zwischendruch no was erzähl'n" erläuterte dazu der Hans Laschinger, im richtigen Berufsleben Masseur im Freisinger Krankenhaus. Bei der Amptertaler Kirtamusi wird g'stanzlt und gefrotzelt, aber zuallererst hin- und mitreißend Musik bemacht. Es erklangen schwungvolle und fröhliche Schottische, eher gemütliche Walzer, ebenso auch Boarische, Zwiefache, und Polkas, wie etwa die feurig-flinke Zigeunerpolka. Ebenso aber sind gesanglich aufgearbeitete Alltagsthemen in Reimform und mit einer schönen Prise (Selbt)-Ironie und Gesellschafts- beziehungsweise – Politik-Kritik versehen, ein Markenzeichen des Instrumental- und Vokal-Oktetts, das sich bereits seit 40 Jahren in der Volksmusik-Szene einen guten Namen gemacht hat. „Schokolade ist Gehirnnahrung" weiß Renate Thanner und formuliert einen trefflichen „Abgesang" auf die Gesundheitsreform und ein anderes schwergewichtiges Thema: „Ab morgen, ab morgen, da mache ich Diät, weil's so nicht weiter geht, denn heut ist ja zu spät." Wie man hören konnte, kamen die Verserl und Liedtexte frisch und frech daher, mitunter ein wenig derb, aber immer launig und mit Herz und pfiffigem Verstand, also der bayrischen Lebensart und dem bairischen Zungenschlag verpflichtet: „Die Bayern sind alles alte Lateiner" ließ „Gallionsfigur" Hans Laschinger alle wissen und ebenso eine Kalenderweisheit: „Stirbt der Bauer im Oktober, braucht er im November kein' Pullover." Gut zu wissen, und kräftig drüber gelacht. Mitunter war das Publikum zu Mitsingen aufgefordert – und dank wiederkehrender Refrains, eingängiger Melodien und nicht zuletzt den Chorsängern im Saal klang das nicht nur fröhlich, sondern richtig gut. Fazit: Ein schöner Abend, bei dem die eine oder andere Melodie oder Parodie noch nachklingt.

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