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Wie Frau Meier lernt, ihre Sorgen zu vergessen

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 17. März 2018

Theater Zitadelle aus Berlin spielt für die Kinder der 3. Klassen

Wenn fast 100 Drittklässler mäuschenstill zuhören, an den richtigen Stellen lachen, am Schluss begeistert klatschen und nach einer Zugabe rufen, dann muss schon etwas ganz Besonderes geboten sein.

Aber erst mal zum Beginn. Die Kinder der vier dritten Klassen der Jahnschule hatten es sich auf Stühlen, am Boden und auf der Treppe gemütlich gemacht, und wie immer gab Michaela Reidel, Leiterin des Neufahrner „Bibliotheksschiffs“ erst Mal den guten Rat: „Augen auf, Ohren gespitzt – Mund zu." Mit ihrem Stück „Frau Meier, die Amsel“ war das Theater Zitadelle aus Berlin, (Preisträger KiKuBörse 2017 für Schulalter) im Rahmen der Lampenfieber-Kindertheatertage am 16. März in die Neufahrner Bibliothek gekommen.

Ach ja, Frau Meier, die machte sich große und kleine Sorgen ohne Ende: Flugzeugabsturz, Busunglück, Kuchen angebrannt… Herr Meier, ihr Ehemann, meinte, sie solle die Sorgen doch auf Zettel schreiben und an einen Baum hängen. „Vielleicht fallen sie dann im Herbst herunter und sind hin und weg?“

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Frau Meier überlegt: „Wenn ich meine Sorgen auf Zettel schreibe und an einen Baum hänge, vielleicht fallen sie dann im Herbst herunter und verschwinden?“

Das macht sie zwar, sorgt aber trotzdem gründlich für alle Notfälle vor. Und findet dabei in der Wollschublade eine kleine freche Amsel. Um die muss sich Frau Meier ja wohl kümmern, und das tut sie auch mit Liebe und Hingabe. Und die Sorgen? „Keine Zeit, keine Zeit…, muss mich um die Amsel kümmern!“. Sie zeigt ihr, wie man frisst und bringt ihr im Frühling sogar auch noch das Fliegen bei. Ein kleines Wunder geschieht, sie fliegt mit und alle Sorgen werden winzig klein. Und Herr Meier? Na, der kümmert sich inzwischen daheim um alles, passt auf, dass der Kuchen nicht anbrennt und begießt die Radieschen im Garten.

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Ralf und Regina Wagner vom Theater Zitadelle, Berlin, begeistern Drittklässler und  Lehrerinnen mit ihrem liebenswerten Stück „Frau Meier, die Amsel“.

„Frau Meier, die Amsel“, nach einem Buch von Wolf Erlbruch – im Programm steht: für Menschen ab 5 – ist eine Geschichte, die Kinder und Erwachsene berührt. Die Personen gehen liebe- und verständnisvoll miteinander um und Herr und Frau Meier haben sich offensichtlich sehr gern.

Gespielt wird das Stück zwar von Regina und Ralf Wagner. Aber die eigentlichen Darsteller sind die beiden Tischpuppen, die übrigens den beiden Schauspielern verblüffend ähnlich sehen. Obwohl sie relativ klein sind, vergisst man ganz schnell, dass hinter den beiden Puppen menschliche Darsteller agieren.

Ganz zum Schluss erfahren die Kinder, dass Schauspieler dringend Applaus brauchen, und so folgen ein Beifallssturm und laute Rufe nach einer Zugabe. Doch die kluge Frau Meier klärt sie freundlich auf: „Zugaben gibt’s beim Rockkonzert, aber nicht beim Theater.“

Für Sie berichtete Maria Schultz.

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