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„Frisch aufgspuit und gsunga“

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 08. Februar 2015

Neufahrner Jugendhoagart des Heimat- und Trachtenvereins „Würmbachthaler Lohhof“

(Text/Foto: mas) Eigentlich ist ein „Hoagart“ der Garten vor den Bauernhäusern, also der Heimgarten. In früheren Zeiten, als Radio und Fernsehen noch unbekannt waren, traf man sich dort nach der schweren Arbeit, um bei Musik und Gesang den Tag in geselliger Runde ausklingen zu lassen. Dieser Brauch des gemeinsamen Musizierens ohne festgelegten Programmablauf hat sich erhalten, auch wenn heute bei einem typischen „Hoagart“ natürlich nicht mehr auf der Bank vor dem Haus gespielt und gesungen wird.

 

Unter dem Motto „Frisch aufgspuit und gsunga“ lud der Trachtenverein „Würmbachthaler Lohhof“ am 7. Februar wieder alle Freunde der bayerischen Volksmusik zum Musikantentreffen für Jugendliche in den Gasthof Gumberger ein. Der Neufahrner Wolfgang Schöniger organisiert diese Veranstaltung seit vielen Jahren und er hatte auch dieses Mal wieder ein abwechslungsreiches Programm mit vielen jungen Talenten zusammengestellt. Locker und humorvoll führte er durch den Abend und stellte Musikanten und Stücke vor. Gleich zu Beginn wurde das Publikum von der Plattlertruppe in Dirndl und Lederhosen, die Buben mit der weißen Feder am Hut, auf einen abwechslungsreichen Ablauf eingestimmt. Sofia und Valentin, beide sechs Jahre alt, führten die Gruppe an und ließen keinen Zweifel daran, dass sie die Tänze genauso gut beherrschen wie die Großen.

Jugendhoagart 1

Der Nachwuchs kann sich sehen lassen: (von links) Christof und Vroni (8 Jahre), Valentin und Sofia (6 Jahre), tanzen den „Woaf“.

Beherzt zeigte der achtjährige Christof beim Schuhplattln, dass er mit den Erwachsenen bereits gut mithalten kann. Sorgen um fehlenden Nachwuchs muss man sich, zumindest bei den „Würmbachthalern“ also glücklicherweise nicht machen.

Jugendhoagart 2

„Knopf-Soat’n-Musi“ aus Obertaufkirchen

Musikalisch gestaltet wurde der Abend von der „Neufahrner Ziachmusik“, der „Knopf-Soat‘n-Musi“, bestehend aus einem Vater mit seinen zwei Söhnen aus Obertaufkirchen, und vier jungen Männern aus Brunnthal, dem "Handwerker-Quartl“.

Jugendhoagart 3

„Handwerker-Quartl“ aus Brunnthal

Ein ganz besonderes Instrument durfte bei keiner der Gruppen fehlen, nämlich die Ziach oder Steirische Harmonika, die nicht nur musikalischen Genuss bot, sondern auch optischen, denn hier gab es schön gestaltete und kostbare Einzelstücke zu bewundern.

Dass Volksmusik nicht immer nur alpenländisch sein muss, bewies auf höchst überzeugende Weise der erst 15-jährige Leonard Schönigen, der mit seiner Ziach die Zuhörer auf eine kleine musikalische Reise in ferne Länder mitnahm.

Jugendhoagart 4

Leonard Schöniger aus Neufahrn, bereits mit 15 Jahren ein Könner auf der Ziach

Die gut 130 Gäste waren jedoch nicht nur zum Hören und Zuschauen gekommen, sie wurden auch zum Mitmachen eingeladen. Und als sich die Gäste erst nur zögerlich zum Mittanzen aufraffen wollten, wurden die Madln der Tanzgruppe ausgeschickt, um sich einen Tanzpartner aus dem Publikum zu holen. Natürlich sagte keiner Nein und so drehte sich bei der „Sternpolka“ eine stattliche Anzahl von Tänzerinnen und Tänzern in der Runde.

Mit „Kimmt sche hoamle de Nacht…“, traditionell gemeinsam gesungen von Gästen und Teilnehmern, ging ein gemütlicher und harmonischer Volksmusikabend zu Ende. Freuen darf man sich schon auf den Herbst, wenn wieder ein Hoagart stattfindet, dann jedoch mit erwachsenen Musikanten.

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