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Drehorte Fürholzen und Freising

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 17. November 2019

Dokumentarfilm über den Erfinder der Sendung mit der Maus

Wer kennt sie nicht, die „Sendung mit der Maus", die 1971 in Serie ging und seither als Inbegriff spannender und pädagogisch wertvoller Kinderunterhaltung gilt? Ihr geistiger Vater ist die Kölner TV-Legende Armin Maiwald, Jahrgang 1940. Ihn verbindet ein sehr trauriges Kapitel seiner Familiengeschichte mit Freising, denn dort hat sein Vater als Soldat beim verheerenden Bombenangriff auf die Domstadt am 18. April 1945 sein Leben verloren.

2015 hat der „Erfinder" der neugierigen Fernsehmaus eine Biografie geschrieben und diese mit der Überschrift „Aufbau vor laufender Kamera – Geschichten aus meinem Leben" betitelt.
Und da kommt nun der Fürholzener Heimatforscher Ernst Keller ins Spiel, als Autor des viel beachteten Films (2015) und gleichnamigen Buches (2017) „Als der Luftkrieg in unsere Heimat kam". Darin hat er auch zum Tod des Soldaten und Konditormeisters Alfred Maiwald am Freisinger Güterbahnhof recherchiert und infolgedessen auch Kontakt zu Armin Maiwald aufgenommen.

 

Dokumentarfilm Familie Maiwald 1944

Letztes Familienbild der vierköpfigen Familie Maiwald: Familienvater Alfred starb am 18. April 1945 beim Bombenangriff auf Freising.


Die Todesumstände des zweifachen Familienvaters, dessen Familie nach Uffing am Staffelsee evakuiert worden war, sind besonders tragisch. Er verlud gerade Brote in einen Waggon am Güterbahnhof, als der Bombenalarm kam, suchte Zuflucht in einem Ein-Mann-Bunker, der einen Volltreffer abbekam. Damit verlor sich für die Familie -zunächst- jede Spur. Erst drei Jahre später erfuhr die Mutter, dass man am Freisinger Bahnhof einen einzelnen Finger mit einem Trauring gefunden hatte, der beim Fundbüro abgegeben worden war. Anhand des eingravierten Hochzeitsdatums und des Vornamens konnte Alfred Maiwald zweifelsfrei identifiziert werden.

Dokumntarfilm Erinnerungs-Grabsaeätte

Symbolische Grabstätte in Treuchtlingen

Pünktlich zum 80. Geburtstag im kommenden Januar plant die ARD, Armin Maiwald mit einem Dokumentarfilm als eine Persönlichkeit der Fernsehgeschichte zu würdigen und begibt sich zugleich anhand seines persönlichen Schicksals auf Spurensuche. Der ARD-Produzent meldete sich deshalb bei Ernst Keller mit der Frage, ob er nicht als Berater beim Maiwald-Film mitwirken mag. Keine Frage, dass dieser sich sofort zur Mitarbeit bereit erklärte.
So kam es, dass der fast 80jähre Armin Maiwald sich mitsamt Kamerateam auf eine Zeitreise in seine Kinder- und Kriegsjahre begab.

Dokumentarfilm Drehort-Fuerholzen

Drehort Fürholzen: Kamera läuft, ... auch beim ersten Zusammentreffen und intensivem Arbeitsgespräch von Armin Maiwald und Ernst Keller in dessen Büro in Fürholzen.

Die erste Station hieß Fürholzen, daheim bei Ernst Keller. Die Filmaufnahmen verliefen selbst für einen erfahrenen Dokumentarfilmer wie ihn ungewohnt und spannend. „Eine tolle Erfahrung" lobte Keller die Professionalität ebenso wie die Freundlichkeit des vierköpfigen Fernsehteams. Alle Szenen wurden live, ohne Probedurchlauf, spontan und auch ohne vorgefertigtes Drehbuch gefilmt, angefangen bei einem Gespräch in Kellers Büro. Der zweite Drehort war dann auch der Freisinger Bahnhof. Dorthin war auch der 90jährige Kurt Wenger gekommen, der als Jugendlicher die Toten am Güterbahnhof gesehen hatte, deren Anblick sich tief ins Gedächtnis eingebrannt hat. Diese Aufnahmen waren von aufwühlenden Gefühlen begleitet, insbesondere als Wenger Maiwald die Stelle zeigte, an der sein Vater das Leben verlor.
Dies alles wird also direkt und unverblümt in der ARD-Dokumentation „Auf der Suche nach der Kindheit" zu sehen sein. Dafür ist ein exponierter Sendeplatz geplant, wahrscheinlich an einem Feiertag.

Dokumentarfilm Am-Bahnhof

Drehort Kriegsschauplatz Freisinger Güterbahnhof: Auch am Freisinger Bahnhof wurde live gedreht hier ein Gruppenbild der Kameracrew mit dem Zeitzeugen Kurt Wenger, Armin Maiwald und Heimatforscher Ernst Keller (von links)

Für Sie berichtete Ulrike Wilms 

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