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Großer Erfolg für historisches Wies‘n-Spektakel

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 20. März 2018

„Im Teufelsrad ist's lustig" – 

auf der Bühne mit den Giggenhausener Maibaumfreunden auch
Ein plakatierter Wiesn-Stand mit Herzerl-und Vogelpfeiferl-Verkauf vorm Eingang zum Giggenhausener Metzgerwirt macht neugierig: Was hat die Theatergruppe der Maibaumfreunde heuer auf die Beine beziehungsweise Bühne gestellt? Es ist die 2015 uraufgeführte musikalische Komödie mit dem Titel „Im Teufelsrad ist's lustig" aus der Feder des Münchner Autors Winfried Frey.

Damit gelingt es dem ambitionierten Ensemble vor und hinter den Kulissen, unter Regie von Walter Thumann das besondere Flair des Oktoberfestes bereits im März in sechs ausverkaufte Vorstellungen zu holen und ein Stück Zeit- und Wiesn-Geschichte in einem amüsanten und kurzweiligen Lustpiel lebendig werden zu lassen. Bereits bei der (kostenlosen) Generalprobe am Nachmittag der Premiere, am 17. März, zu der immer die Lebenshilfe und die Mitglieder des Opa- und Omavereins eingeladen werden, waren alle Plätze belegt.
Alle elf Akteure bringen sich mit großer Spielfreude in den turbulenten Dreiakter ein. Dessen Handlung setzt anno 1919 kurz vor der Eröffnung der 100jährigen Jubiläumswiesn an. Im Mittelpunkt stehen der Schaustellerbetrieb „auf geht's beim Schichtl", der auch die Kulisse bildet, und „das Teufelsrad".
Als Ansager und „Pausenfüller" während der Umbauphase führen Elisabeth Lerchl als zweite Bedienung und Josef Polz als Vogeljakob durchs Programm. Schichtl-Chef ist der „scharfe Leo" (Markus Loibl). Er hat sich seinen Spitznamen nicht nur als Messerwerfer, sondern auch als Frauenheld verdient hat, auch wenn er bereits mit der patenten und hilfsbereiten Wiesn-Bedienung, der „flotten Liesl" (Melanie Hagn) verbandelt ist. Dem Leo und seiner Truppe will die Inhaberin der neuen, spektakulären Teufelsrads, Balbina Freudhäuser (Isabella Lachner), nicht ohne Grund „da Deifi" genannt, den angestammten Standort auf dem Oktoberfest streitig machen. Dafür schreckt sie auch nicht vor Intrigen und Sabotage zurück. Unterstützt wird die Teufelin vom Wachtl-Heinze (Christopher Aichinger), der als Kontrolleur beim DÜRV (Dampfkessel-Überwachungs- und Revisionsverein, Vorläufer des TÜV) an so mancher „Stellschraube" und nicht zu seinen Ungunsten drehen kann. Das aufgeweckte Publikum hat viel Spaß daran, die Satzfragmente des als „König der Halbsätze" titulierten Wachtl-Heinze zu komplettieren. Als echter Retter in der Not für den Fortbestand des Schichtl bietet sich nach einigen Irrungen und Wirrungen ausgerechnet Leos Freund, „da große Rudini" (Harald Hecher) an, dem bisher in seinem wechselvollen Leben noch nichts so recht gelingen konnte. Als tapsiger Bär, Zechbruder, Zauberkünstler ebenso wie auf Freiersfüßen, zeigt sich Hecher in der üppig angelegten Rudini-Rolle in seinem Element. Gleiches gilt für Mademoiselle Chantal (Verena Schuhbauer), Objekt von Rudis Liebeswerben, die ebenso gut seiltanzend mit französischem Akzent singen wie bayrisch fluchen kann. Eine Bereicherung waren die musicalreifen Gesangsszenen, die von den beiden Musikanten Peter und Paul (alias Hans Halbinger mit dem Akkordeon und Martin Hierhager mit Gitarre) gekonnt begleitet wurden. Überwiegend von Komik, aber durchaus auch von Spannung geprägt, sind die artistischen Einlagen wie eine „gefährlich"-tolpatschige Bärennummer, bodennahe Hochseilakrobatik, Enthauptungen,zum Glück im „off", und auf offener Bühne ein echter Zaubertrick, nämlich die Nummer von der zersägten Jungfrau. Und dann wäre da noch als historische Person Prinz Leopold (Josef Geil) zu erwähnen. Ihre Majestät ist zunächst unerkannt und inkognito unterwegs, in der Verkleidung eines unbedarften Boten, der diverses Zubehör stets beim falschen Schausteller abliefert. Mit dieser Figur gelingt es, ganz nebenbei auf eine Reihe noch heute existierender Wiesn-Betriebe vom Flohzirkus über die Riesenrutsche Toboggan bis zum Velodrom anzuspielen. Nach dem stimmungsvollen Schlusslied „Denn einen Rat kann ich mit Sicherheit dir geben: Die Wiesnzeit, das ist die schönste Zeit im Leben" wurde das ganze Team, auch die „unsichtbaren Geister" mit tosendem Applaus für eine schöne Gemeinschaftsleistung belohnt.
Teufelsrad Maibaumfreunde 2018 Masterbild
Riesenapplaus für eine tolle Ensembleleistung: Die Theatergruppe der Maibaumfreunde stellt sich zum Schlussbild zusammen.


Für Sie berichtete Ulrike Wilms