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Kaltes Guinness und heiße Musik

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 26. März 2018

„Happy St. Patrick’s Day“ mit Paul Daly und seinen Freunden

Die grünen Zylinder lagen bereit, kaltes Guinness stand auf den Tischen und die Aula des Gymnasiums war voll mit Irland- und Paul-Daly-Fans. Sie alle hatten sich am 23. März zur „Irish Night“ im Neufahrner Gymnasium eingefunden und durften sich nun auf einen Abend mit Paul Daly und seinen Freunden freuen. „Happy St. Patrick’s Day“ war die Devise und dass alle schon zu Beginn happy waren, zeigte sich am begeisterten Applaus, als Paul Daly auf die Bühne kam.

Er war jedoch nicht alleine, auch dieses Jahr hatte er wieder viele frühere und aktuelle Wegbegleiter mitgebracht. Ehe es jedoch mit der Musik losging, zeigten fünf Tänzer der Showtanzgruppe Tir Na Nog ihr Können. Mit schnellen Schrittkombinationen und eleganten Sprüngen wirbelten sie über die Bühne und ließen die Schuhe klacken und knallen, die beiden Jungs mit konzentriert ernster Miene, die drei Mädchen mit strahlendem Lächeln. Ein bisschen schade war, dass man durch das technische Equipment am Bühnenrand die jungen Tänzer nicht immer so gut sehen konnte, wie man es sich gewünscht hätte.

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Mit viel Temperament zeigten die jungen Mitglieder der Showtanzgruppe Tir Na Nog, was sie können.

Das Programm umfasste eine große Bandbreite. Gefühlvolle Balladen wechselten sich ab mit witzigen Songs. Ging es in einem traurigen Lied um die Kinder - „Lost little Children“ – die zurückgelassen wurden, wenn die Eltern auswandern mussten und um deren Sorge, ob die Eltern sie wiedererkennen werden, tröstet sich im nächsten Song einer, der betrogen wurde, mit dem Wissen „There’s whiskey in the jar“. Das Publikum erfuhr die Geschichte eines ganz besonderen irischen Heiligen, nämlich St. Brendan, der die Weltkarte lange vor anderen um interessante Entdeckungen bereichert hatte. Bei der Heimkehr wurde er zwar gefeiert, aber nach der enttäuschenden Suche nach einer Frau  stach er mit 70 noch einmal in See, wo sich dann nur noch die Frage stellte: „Is it right or left for Gibraltar?“ Ans Herz ging auch die traurige Story von Captain Teare, der voller Pflichtbewusstsein auch bei stürmischem Wetter die Post auslieferte und nun mit seinem Schiff, der „Ellan Vannin“, auf dem Meeresgrund ruht, „lost in the Irish Sea“.

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„Happy St. Patrick’s“ Day mit Paul Daly, seinen Freunden und viel irischer Musik

Und dann gab es auch noch eine Empfehlung für junge Mädchen: „Maids When You’re Young Never Wed an Old Man“. Da klagt die junge Ehefrau eines alten Mannes, dass dieser in der Hochzeitsnacht „no faloorum“ aufweisen konnte. Abhilfe fand sie zum Glück in den Armen eines jungen Mannes, dessen „faloorum fadidle eye-oorum“ zu ihrer vollsten Zufriedenheit leicht zu entdecken war.

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Als Zugabe gab’s die gefühlvolle irische Ballade „The Auld Triangle“.

Die zehn Künstler heizten dem Publikum kräftig ein und es bedurfte keiner besonderen Aufforderung, um alle zum Mitklatschen zu bewegen. Und obwohl Paul Daly mit seinen, wie er sie nannte, „musikalischen Mitstreitern“ nicht regelmäßig musiziert, war das Zusammenspiel bestens. Da genügte hier ein Blick, da ein Kopfnicken, dort eine Handbewegung, um sich zu verständigen. Wenn alle zehn dann so richtig aufdrehten, hatte man zwischendurch schon mal das Gefühl, dass die Wände wackeln.

Am Ende des Konzerts wurden die Instrumente zur Seite gelegt und die Künstler verabschiedeten sich von ihrem begeisterten Publikum. Alle zehn sangen gemeinsam die gefühlvolle Ballade "The Auld Triangle" von dem jungen Mann, der sich in seiner Gefängniszelle nach einem ganz besonderen Mädchen sehnt: „She is handsome, she is pretty, she ist the belle of Dublin city… Ein „happy St. Patrick’s Evening“ ging damit nach fast drei Stunden mit ausdauerndem Beifall zu Ende.

Für Sie berichtete Maria Schultz.