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Prominenter Besuch in der Polizeiinspektion

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 17. März 2018

Fernseh-Richter Alexander Hold in Neufahrn

Nicht nur im Fernsehen, sondern auch im wirklichen Leben ist er Jurist. Alexander Hold war jahrelang Richter am Landgericht und danach am Amtsgericht Kempten. Auch politisch ist er aktiv, nicht nur als Mitglied des Kemptener Stadtrats, 2017 war er sogar als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert. Im kommenden Herbst möchte er für die Freien Wähler in den Bayerischen Landtag einziehen.

Die FW Neufahrn hatten ihn am 16. März zu einem Vortragsabend über die Problematik „Gefühlte (Un-)Sicherheit“ in den Gasthof Gumberger eingeladen. Am Nachmittag besuchte er vorab die Polizeiinspektion Neufahrn, um sich dort über die aktuelle Situation der Polizeiarbeit im Ort zu informieren.

Hermann Eschenbecher, Leiter der PI Neufahrn, konnte an diesem Tag außer Alexander Hold noch eine ganze Reihe weiterer lokaler und regionaler FW-Prominenz begrüßen, nämlich den Vorsitzenden Manfred Holzer, den stellv. Vorsitzenden Edgar Oberprieler, Öffentlichkeitsreferent Bodo Pfeiffer und Schriftführer/3. Bürgermeister Thomas Seidenberger. Aus Freising kamen der Landtagsabgeordnete Benno Zierer sowie der Stadtrat Robert Weller.

„Wir sind hier eine ‚junge‘ Dienststelle“ beschreibt Hermann Eschenbecher sein Team, „mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren, alle gut ausgebildet und hoch motiviert.“ 40 Beamte arbeiten in drei Schichten, vorgesehen und nötig wären eigentlich 49. „Aber“, so Eschenbecher, „man kann einen Polizeibeamten nicht einfach einstellen und er legt los. Ist jemand neu, dauert es bedingt durch die Ausbildung relativ lange, bis er oder sie eingesetzt werden kann.“

polizei neuf

Informationsbesuch bei der Neufahrner Polizei: (v.li) Thomas Seidenberger (FW Schriftführer/3. Bgm), Alexander Hold, Hermann Eschenbecher (Leiter PI Neufahrn), Benno Zierer (MdL), Gerd Hartmann (stellv. Leiter PI Neufahrn) und Manfred Holzer (FW Vorsitzender Neufahrn)

Dass man den Bürgern das Gefühl geben muss, dass die Polizei präsent ist, hält Eschenbecher für äußerst wichtig. Aber, und da stimmte ihm Alexander Hold zu, dazu müssten die Voraussetzungen wie Personalschlüssel, Finanzierung, Aus- und Fortbildung von der politischen Seite her geschaffen werden.

Die PI Neufahrn ist zuständig für Eching, Neufahrn, Hallbergmoos, Fahrenzhausen, und damit für 53.000 Einwohner, Tendenz steigend. Etwa 1000 Anzeigen und Ermittlungen pro Monat sorgen rund um die Uhr für Arbeit. „Wir haben hier eine gute Sicherheitslage“ so Eschenbecher, und er lobt die Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen, die sich gerade ganz aktuell durch den Raubüberfall in Hallbergmoos wieder bewährt hat.

Nach so vielen Zahlen und Argumenten wurde es dann noch ganz wirklichkeitsnah. Benno Zierer stellte sich für eine erkennungsdienstliche Behandlung zur Verfügung: Fingerabdrücke wurden abgenommen und Fotos aus verschiedenen Perspektiven gemacht. Dank Computer kann im Ernstfall beides innerhalb von Sekunden in einer umfangreichen Datenbank abgeglichen werden.

In seinem Vortrag kam Alexander Hold am Abend auch auf die aktuelle Kriminalstatistik zu sprechen, wonach Deutschland weltweit zu den Ländern mit den niedrigsten Anzahl von Straftaten zählt. Wie bereits am Nachmittag kurz von Hermann Eschenbecher angesprochen, so ist auch Alexander Hold der Ansicht, dass die Polizeipräsenz erhöht werden müsse und dass die politischen und finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen, um Stellen zu schaffen und Dienststellen auszustatten.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wurden u.a. auch Vor- und Nachteile von Bürgerwehren angesprochen. Der Neufahrner Polizeichef riet den Bürgern, keine Scheu zu haben und im Notfall die 110 anzurufen. Polizeibeamte sind geschult und können mit kritischen Situationen sowohl aufgrund ihrer Ausbildung als auch von den rechtlichen Möglichkeiten her eher zurechtkommen als Privatpersonen. Und je zeitnaher ein Anruf bei der Polizei eingeht, desto wahrscheinlicher können Delikte verhindert oder Täter gefasst werden.

Für Sie berichtete Maria Schultz.